Willkommen auf der Website der Lotseninsel Schleimünde

Die Giftbude auf der Lotseninsel

An der Küste bekannt ist die Giftbude, nicht nur wegen ihres ungewöhnlichen Namens. Die kleine Gaststätte spielt auf der Lotseninsel mit einem schmackhaften Angebot an regionalen Speisen und Getränken vorwiegend aus Bio-Produkten eine tragende Rolle. Fleisch von Galloway-Rindern vom Verein Bunde Wischen e.V. in Biolandqualität, Obst und Gemüse der Saison, Milchprodukte und Käse, Bier und Sprituosen aus Flensburg und Dollerup. Unser Fisch kommt direkt vom Kutter - frischen Hering, Dorsch oder Butt finden Sie daher je nach Angebot auf der Tageskarte.

Mit der Erweiterung der Giftbude um zwei 20 Fuß-Container an deren Nordseite, wurde zusätzlicher Platz für die Küche, den Lager- und Kühlraum für Lebensmittel sowie Sozialräume entsprechend den gesetzlichen Arbeits- und Hygienebestimmungen geschaffen. Die Container passen sich in das Umfeld gut ein und bieten den notwendigen Raum für eine ebenso belastbare wie flexible Gastronomie.

Durch den Anbau gibt nun auch mehr Platz für die Gäste. Etwa 30 Sitzplätze befinden sich in der Giftbude, weitere 30 Besucher können sich - je nach Windrichtung und Sonnenstand - auf einer der beiden Terassen niederlassen.

Lange Tradition

Die Terrasse an der Westseite ist neu gestaltet.
Die neue Küche - hier noch in der Bauphase - lässt keine Wünsche offen.

Woher hat die "Giftbude" eigentlich ihren Namen? Tatsächlich ist Giftbude eine in Norddeutschland etwas aus der Mode gekommene Bezeichnung für eine einfache Gaststätte. Denn „Gift“ bedeutet im Althochdeutschen „Gabe“ und in der Giftbude wurde dem Gast etwas gegeben – und das soll auch so bleiben!

Schleimündes Hafen wurde für viele Jahrzehnte als Nothafen unterhalten, in der in den 1920er Jahren gebauten Giftbude wurde Unterkunft und Verpflegung bereit gehalten. Auch waren Schiffer, die wegen ungünstiger Wetterlagen die Schlei nicht verlassen konnten oder Arbeiter, die mit Instandsetzungsarbeiten auf der Insel beschäftigt waren, regelmäßige Gäste. Heute sind es vor allem Wassersportler und Tagesgäste. Für die Gäste im Lotsenhaus gibt es neben der Selbstversorgung nun auch die Möglichkeit, die Mahlzeiten nach vorheriger Vereinbarung in der Giftbude einzunehmen.

Konstantin Steinmeyer im Gespräch mit Christian Irrgang

Konny Steinmeyer ist mit seinen 29 Jahren schon ziemlich weit herumgekommen. In Hamburg aufgewachsen, lernte er auf Rügen und in Bonn das Kochen. Es folgten zwei Jahre als wissenschaftlicher Assistent am Universitätsklinikum Eppendorf, dann zog es ihn in den Süden.

Er wurde Mitglied bei Slow Food und begann sein Studium an der Universität für gastronomische Wissenschaften in Italien. Mehrere Auslandsaufenthalte führten ihn nach Afrika, in die USA und immer wieder nach Japan.

 

Sagen Sie mal, Herr Steinmeyer … wissen Sie eigentlich, worauf Sie sich mit der Giftbude einlassen?

Konstantin Steinmeyer vor seiner neuen Herausforderung - der Giftbude auf der Lotseninsel Schleimünde.

Ich denke schon. Seit einigen Jahren bekam ich regelmäßig Anfragen der Lighthouse Foundation, ob ich nicht die gastronomische Leitung übernehmen wolle. Mehrmals habe ich mich vor Ort umgesehen und mich ausführlich informiert. Bedenkzeit hatte ich also genug, bevor ich letztes Jahr den Vertrag mit der Stiftung unterschrieben habe. Ich mag  extreme Lebensorte. Zuletzt habe ich in einem kleinen, 200 Jahre alten Türmchen im Piemont gewohnt, ohne Strom und fließendes Wasser. Wenn wir am 1. Mai eröffnen, werde ich mich das ganze Sommerhalbjahr nicht vom Fleck bewegen. Ich werde sieben Tage die Woche 24 Stunden an meinem Arbeitsort sein.

 

Sie haben in Italien als Chefkoch gearbeitet, haben in Pollenzo Gastronomische Wissenschaften studiert und waren mehrmals zu Studienzwecken in Japan. Bringen Sie den Hering jetzt als Sushi auf den Tisch?

Mein erklärter Anspruch ist, die Lebensmittelidentität des Nordens klar herauszuarbeiten. Ich will versuchen, in meiner Küche nur Zutaten zu verarbeiten, die aus einem Umkreis von, sagen wir, 50 Kilometern stammen. Gemüse und Kräuter werde ich auf der Lotseninsel selber anbauen und im alten Bunker werde ich eine Pilzkultur anlegen. In Japan ist mir folgendes aufgefallen: Dort leben die ältesten Menschen der Erde. Die leben alle an der Küste und essen nur das, was lokal angebaut wird. Es wäre doch schön, wenn wir in Schleimünde in ferner Zukunft die ältesten Menschen Deutschlands hätten.

 

Was bekommt denn der hungrige Segler, der abends vor dem Haus festmacht, auf den Teller?

Der muss eine kräftige Mahlzeit bekommen, rustikal und bodenständig, schmackhaft und schnell zubereitet. Die Zutaten werden aber handverlesen sein, das wird man am Geschmack und an der Qualität merken. Es darf durchaus auch mal was mit Pommes sein, wenn die Kartoffeln aus dem eigenen Beet kommen. Wir haben ja auch Tagesgäste, die mit dem Ausflugsdampfer kommen, und nicht viel Zeit mitbringen. Aber daneben werde ich eine anspruchsvolle Abendkarte etablieren, die sich mit der Saison ständig ändert. Wir wollen auch dem Skipper der seine Crew zum Geburtstagsdinner zu uns bringt, etwas Passendes anbieten. Außerdem können Interessenten auch mal das ganze Restaurant für eine Abendgesellschaft reservieren.

 

Haben Sie denn schon Kontakt zu lokalen Produzenten aufgenommen?

Ich bin dabei. Transparenz spielt für mich eine große Rolle, auch bei den einfacheren Gerichten. Wenn ich dem Gast also eine Bratwurst serviere, dann bekommt er dazu die Information, dass das Fleisch von Galloway-Rindern kommt, die am Schleiufer gegrast haben und auch, wer daran verdient. Ich möchte die Leute dafür sensibilisieren, selber lokal und damit nachhaltig einzukaufen. Damit wird letztlich die Entwicklung einer Region unterstützt.

 

Sie können ja unmöglich alles alleine machen, Küche, Garten, und den Service. Glauben Sie, Sie finden Personal für die einsame Insel?

Da bin ich optimistisch. Zuerst werde ich versuchen, einige meiner alten Kommilitonen aus Pollenza dafür zu begeistern. Die kommen aus allen Teilen der Welt und können unmöglich wieder nach Hause fahren, bevor sie nicht diesen schönsten Zipfel Norddeutschlands kennengelernt haben! In ein paar Monaten hat auch meine Freundin ihren Bachelor-Abschluss, die kommt auf jeden Fall. Ich freue mich aber auch über Bewerbungen.


Wird jetzt also alles anders auf der Lotseninsel?

Nein, nicht alles. Friedel, die strickende Hafenmeisterin, ist nach wie vor da und nimmt die Segler in Empfang.

 

 

Öffnungszeiten

Die Giftbude ist gerüstet. Konstantin Steinmeyer öffnet am Karfreitag, den 14. April die Türen für die Saison 2017!

Die Giftbude erreichen Sie über Telefon: 0176 - 559 851 35